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Kroz konkretne karaktere apatičnog novinara, nedefinirljivog poslovnog poduzetnika, ratne udovice i mlade, akademski obrazovane osobe koja nema pravi doticaj s realnošću koja ju okružuje, S.E.A je centrirana oko smrti jednog nepoznatog aktera, čiji uzroci nisu točno definirani, ali koja je pak pokretač cijele radnje, kao i jedan od simpoma njihovog statusa quo.




GODINA PROIZVODNJE: 2011

BROJ ŽENSKIH LIKOVA: 2

BROJ MUŠKIH LIKOVA: 2

AUTORSKA PRAVA: Sva prava pridržana





- Hrfunkredakteur

- Investor

- Freundin des Verstorbenen

- Mitarbeiterin des Redakteurs





( - ) Zeichen fr den Teil, der abwechselnd von allen im Chor gesprochen wird.



Der bergang aller Figuren in einen sprechenden Chor ist flieend; der Regisseur verteilt die Figuren in den Chor nach eigener Vorstellung.



EINS


Die Freundin des Verstorbenen betritt die Bhne. Sie setzt sich. Sie ist verweint. Sie betrachtet sich ein wenig im Spiegel, rollt mit den Augen. Der Hrfunkredakteur kommt herein. Die Freundin erschrickt. Der Schauspieler, der spter den Investor spielt, kommt nach der Freundin des Verstorbenen und dem Hrfunkredakteur, doch er spielt nun den Tontechniker, nur in dieser Szene. Als letzte betritt die Mitarbeiterin des Hrfunkredakteurs die Bhne.



HRFUNKREDAKTEUR: Hey...

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Bitte?? Oh Gott, hast du mich erschreckt...

HRFUNKREDAKTEUR: Entschuldige, das war keine Absicht.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Ja, natrlich, alles in Ordnung, blo... Entschuldige, ich fhle mich nicht so gut, ich kann mich nicht konzentrieren...

HRFUNKREDAKTEUR: Hier, trink das.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Was ist das?

HRFUNKREDAKTEUR: Das ist Tee. Der wird dich beruhigen.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Glaubst du wirklich?

HRFUNKREDAKTEUR: Ich kann gut verstehen, dass es im Moment schwer fr dich ist.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Ich wei auch nicht, ich bin vllig durcheinander. Ich habe schon zwei Nchte nicht geschlafen und kaum etwas gegessen.

HRFUNKREDAKTEUR: Das verstehe ich. Hier, der Tee.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Was fr einer ist das?

HRFUNKREDAKTEUR: Hagebuttentee von Podravka, beste Qualitt, musst du probieren.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Oh Gott, nein, ich hasse Hagebutte, nein danke.

HRFUNKREDAKTEUR (verchtlich): Sieh an, ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht ist, so zu tun, als ob du"s schwer httest, also lass dir ruhig Zeit.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN (verrgert): Es wre besser, wenn wir das sofort hinter uns brchten. Das wird langsam alles zu viel, ich will nach Hause.

HRFUNKREDAKTEUR: Wir knnen auch das Thema wechseln!

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Also gut, Themenwechsel...

HRFUNKREDAKTEUR: Ich habe eins! Hast du deine Doktorarbeit fertig geschrieben?

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Hmmmmm... Nein, noch nicht, aber..., also ich hab"s nicht eilig...

HRFUNKREDAKTEUR: Was hast du eigentlich studiert?

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Na... Also, das ist nicht so wie in Zagreb, aber so etwas wie ffentliches Recht.

HRFUNKREDAKTEUR: Hmmm. Super. Super. Da kann dir ja dein Alter helfen.

FREUNDIN DES VERSTORBENEN: Ja, so wie er dir geholfen hat, diese Stelle zu bekommen. Ich kann meine Hausaufgaben allerdings selber machen, vielen Dank.

HRFUNKREDAKTEUR: Wenn ich wegen deines Alten hier wre, wre ich lngst gefeuert. Der ist hier nicht mehr so beliebt, ist dir das noch nicht aufgefallen?



(Mitarbeiterin kommt herein.)


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Hey, wann seid ihr fertig? Mirjana braucht das Studio, um die Reportage nachzubearbeiten.

HRFUNKREDAKTEUR: Wieso, die hat sie doch schon fertig produziert?

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Da war aber irgendein Problem, sie muss es noch einmal machen.

HRFUNKREDAKTEUR: Dann soll sie mich am Arsch lecken.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Was soll ich denn machen, verdammte Scheie, es ist dringend, also beeil dich bitte.

HRFUNKREDAKTEUR: Wir sind in einer Stunde fertig.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Beeil dich, bitte.


(Der Tontechniker kommt herein.)


TONTECHNIKER: Knnen wir anfangen? Mirjana muss nachher wirklich noch diese Reportage fertig machen...

HRFUNKREDAKTEUR: Mirjana kann mich kreuzweise, sie hatte den ganzen verfluchten Vormittag, ich habe nicht einmal geklrt, worber wir uns unterhalten werden.

TONTECHNIKER: Dann macht das doch jetzt aus.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich kann das nicht in fnf Minuten klren.

TONTECHNIKER: Und was soll ich jetzt tun!

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Was kann ich denn dafr, verdammt noch mal, ich muss diese Reportage von Mirjana morgen frh um 10 senden. Setzt euch zusammen und findet eine Lsung.

HRFUNKREDAKTEUR (wtend): Gut, gut, das machen wir, Mirjanas verfluchte Reportage und ihr knnt euch ficken!


FREUNDIN: Was genau wollt ihr jetzt tun?

TONTECHNIKER: Was sollten wir denn genau tun?

HRFUNKREDAKTEUR: Was gibt es denn da genau zu tun?

MITARBEITERIN: Wir tun, was wir tun knnen.



- Wir werden dem Verstorbenen nach allen Vorschriften eine schne Beerdigung ausrichten.

- Wir werden ihn wrdig begraben

- Ohne Zigeuner und Blechmusik

- Ohne Tuba, Fagott und diese bescheuerten dunkelblauen Uniformen

- Ohne Regen, Matsch und alles, was ein sorgfltig geplantes Ereignis dieses Formats kaputt macht

- Ohne Straenkter, die hinter der Prozession her rennen und an jedes zweite Grabmal pinkeln

- Nein nein

- Wir sind keine Provinzler

- Oder Figuren aus einem Kusturica Film

- Kein Mehmed Meša, Dadan Karambolo oder dieser Djelem Djelem, der Glser zerdrckt und sich die Hnde blutig macht

- Wir sind keine Hauptschler, untere Mittelschicht oder die "sdlich der Save - stlich der Drina"

- Auf unseren Beerdigungen ist es warm, und die Menschen sind zurckhaltend

- Die Eiche ist erstklassig, etwa zweitausend Euro, und der Verstorbene ist attraktiv, denn der Verstorbene ist jung



HRFUNKREDAKTEUR: Wie war Ihre Beziehung zum Verstorbenen?

FREUNDIN: Ich meine, unter uns, wir standen uns nicht besonders nahe. Also nicht mehr, seitdem wir uns getrennt hatten. Wir hatten uns in der letzten Zeit auch nicht sehr oft gesehen. Wir verkehrten vielmehr in denselben Kreisen. Das ist eine kleine Stadt, da kann man sich kaum aus dem Weg gehen. Unsere Eltern hatten lange Zeit ein gemeinsames Bro. Dann bekam sein Vater eine Stelle im Ministerium und sie gingen getrennte Wegen. Ich habe ihn ab und zu gesehen, aber ehrlich gesagt wei ich nicht, was er in der letzten Zeit wirklich getan hat. Wirklich nicht. Er war 32 und er wollte dieses Frhjahr in VWL promovieren, das hat er mir gesagt. Als ich gehrt habe, dass er umgekommen ist, das war... da habe ich natrlich geweint und eine Zeit lang danach hatte ich das Gefhl, mich im luftleeren Raum zu bewegen. Der emotionale Verlust ist das Gegenteil von materiellem Gewinn. Wer wagt, der gewinnt, wer nachdenkt, der verliert. Das hat mein Vater immer gesagt. Wer wagt, der gewinnt, wer nachdenkt, der verliert. Der ist ein Verlierer.


HRFUNKREDAKTEUR: Natrlich, wer nicht flexibel ist, der ist leicht austauschbar.

TONTECHNIKER: Wer nicht anpassungsfhig ist, muss entweder dumm sein oder hat einen angeborenen Fehler im Nervensystem.

MITARBEITERIN: Auf jede Tat folgt eine entsprechende Reaktion.

FREUNDIN: Und dieser Ort ist krank. Als htte er eine chronische Gangrn, die man oberflchlich mit einem Pflaster behandelt. Ich glaube, er suchte Herzensgte. Aber die erlernt man. Sie ist nicht vererbbar. Sie ist nichts, was man von der Familie erbt. Ich meine, also, wir standen uns nicht sehr nahe. Wir waren nicht viel zusammen. Das ist eine kleine Stadt, da kann man sich kaum aus dem Weg gehen. Aber es hat mich doch ziemlich berrascht, es hat mich auch wtend gemacht, dass so was berhaupt passieren kann, das ist klar.

HRFUNKREDAKTEUR: Vielen Dank fr deine Aussage, wir senden das morgen frh nach den Nachrichten und nach Mirjanas Scheireportage.

FREUNDIN: Kein Problem. Das ist ja auch wichtig, aber ich denke, dass man ber wichtige Dinge reden muss und dass man heute ber wichtige Dinge eigentlich wenig redet. Das denke ich ehrlich.

TONTECHNIKER: Schnitt!

HRFUNKREDAKTEUR: Du hast wieder mal mit deiner ausgeprgten Selbstdarstellung und Dialektik brilliert, schnen Tag noch und kommen Sie wieder.

FREUNDIN: Friss doch Scheie!

HRFUNKREDAKTEUR: Danke gleichfalls. Ich bin fr heute fertig. Willst du vielleicht etwas zu trinken?

FREUNDIN: Friss Scheie!

TONTECHNIKER: Er hat sich nichts Bses gedacht.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich habe mir nichts Bses gedacht.

TONTECHNIKER: Ich habe mir nichts Bses gedacht...

HRFUNKREDAKTEUR: ... ist ein Syntagma, das seinen wahren inhaltlichen Wert, die

TONTECHNIKER: Lge...

HRFUNKREDAKTEUR: Manipulation...

TONTECHNIKER: Rcksichtslosigkeit...

HRFUNKREDAKTEUR oder Gedankenlosigkeit unter dem Vorwand des Unbeabsichtigten maskiert. Ich habe mir nichts Bses gedacht.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich. Habe. Mir. Nichts. Bses. Gedacht.


(Der Tontechniker verlsst die Bhne, kommt dann wieder herein, diesmal in der Rolle des Investors.)



ZWEI


INVESTOR: Ich habe mir nichts Bses gedacht. Ich wollte nichts Bses. Nicht zwangslufig. Ich wurde vor 43 Jahren in einer Stadt mit 21300 Einwohnern geboren, beziehungsweise 37400, wenn man das Umland dazu rechnet. Fnf Grundschulen, vier Mittelschulen, sechs Geschfte mit einem Jahresgewinn zwischen 5 und 12 Milliarden Kuna, eine Fabrikanlage mit einem Grundkapital von 700 Millionen und 300 Tausend Kuna und ein Krankenhaus ohne Kinderklinik oder Entbindungsstation. Die Mittelschule habe ich mit sehr gut abgeschlossen, dann habe ich mich an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultt eingeschrieben, alle Prfungen fristgerecht mit einem Durchschnitt von 1,3 abgelegt und eine Assistenzstelle fr das Seminar Fortschrittliche Industriewirtschaften? bekommen. Ich habe mich fr den Promotionsstudiengang mit dem Thema Finanzbericht und Revision eingeschrieben, ihn aber nicht abgeschlossen. Ich habe in der Geschftsleitung zweier unterschiedlicher Auenhandelsfirmen gearbeitet, in der ersten als Partner, in der zweiten habe ich die Leitung aus eigenem Antrieb wegen der Akquisition aufgegeben. Die Aktien sind um 7,3 Prozent gefallen, ich hatte einen Kufer, der zur bernahme bereit war und ich erhielt eine Abfindung, von der ich noch drei Jahre leben konnte. Ich musste nicht gehen. Aber wie heit es so schn in jedem Buch ber die Grundlagen der Wirtschaft, "was den Wirtschaftspraktiker von allen anderen Menschen unterscheidet, die nur ber Wirtschaft sprechen, sind die Methoden und die Technik der Arbeit". METHODE und TECHNIK. Ich habe mir nichts Bses gedacht. Ich wollte nichts Schlechtes. Nicht zwangslufig.


Ich habe angefangen, mich sehr ernsthaft mit Industriewirtschaft zu befassen, mit Buchhaltungspolitik und Rentabilitt. Ich bin Experte darin geworden, vorauszusagen, wann die Aktien einer Firma fallen mssen, wann man sie besser verkaufen, wann nur einen Teil verkaufen sollte, wann man etwas privatisieren sollte und wann nicht. Ich glaube, dass man das eigentlich nicht lernen kann. Das hat man oder nicht. Zu Privatisierungen kommt es eigentlich weniger, weil die Firma nicht liquide ist und man sie damit erhalten will, sondern eher wegen der siebenstelligen Abfindungen, wegen der Vergnstigungen, die damit einher gehen, wegen der Wohnungen in Hampstead, des Wochenendhauses in Dubrovnik und einer San Lorenzo SL-82 Jacht...



DREI


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS:

In der letzten Zeit kann ich kaum etwas essen.

In der letzten Zeit zahle ich weder Rechnungen noch die Miete.

Ich gehe nicht zum Friseur, zum Arzt und nicht zur Arbeit.

In der letzten Zeit gehe ich allein schlafen.

Und kann nicht einschlafen.

Lange nicht.

Ich hre keine Nachrichten, feiere keine Geburtstage und kein Neujahr.

Ich war nicht auf der Hochzeit meiner eigenen Schwester.

Und nicht bei der Taufe ihres Kindes.

Und nicht auf der Beerdigung unserer Eltern.

In der letzten Zeit stelle ich meine Uhr nicht vor oder zurck nach der Winter- oder Sommerzeit.

In der letzten Zeit hre ich keinen Wetterbericht und wei nicht, welcher Wochentag ist.



VIER


HRFUNKREDAKTEUR: Das Wetter ist heute sonnig, vereinzelte Schauer sind mglich, der Wind weht schwach, Hchstwerte um etwa 17 Grad.

Weitere Nachrichten: Die ffentlichkeit ist noch immer fassungslos. Gestern wurde um 16:32 vor seiner Wohnung im Zentrum Zagrebs der zweiunddreiigjhrige M. K. mit zwei Schssen in die Stirn und die Brust tdlich getroffen. Die Polizei sucht noch immer nach dem Tter, es liegt noch keine Besttigung vor, ob es Spuren gibt, obwohl schon zahlreiche Personen verhrt wurden, die mit dem Fall in Verbindung stehen knnten. Die Regierung hat besttigt, dem Privatisierungsfond eine Frist von 120 Tagen gewhrt zu haben, damit dieser Richtlinien fr die Festsetzung der Anfangspreise der staatlichen Beteiligungen in 300 Firmen erarbeitet. Es ist genau 9:30 und sie hrten gerade die Morgennachrichten. Wir wnschen Ihnen einen angenehmen Tag auf der Frequenz 107.3. Mhz, im Anschluss hren Sie Vaya Con Dios Aie aie aie aie aie Puerto Rico.



FNF


HRFUNKREDAKTEUR: Du hast wieder etwas Falsches gesagt, du hast wieder etwas Falsches in den Nachrichten gesagt, und niemand hat es bemerkt. Was hast du gesagt, einen falschen Namen oder das falsche Jahr oder die falsche Zeit oder den falschen Ort? Vielleicht hast du statt den Nachrichten aus aller Welt Witze erzhlt oder unartikuliert ins Mikrofon gesthnt, als ob du dich daran erinnern wrdest. Du hast wieder Scheie gebaut, niemand hat es bemerkt, nicht einmal der Chefredakteur hrt mehr, was du sendest, du hrst auch nicht mehr, was du sendest, du fhlst dich wie ein Blinddarm, der nie operiert wurde, weil er niemanden wirklich strt.



- berrascht dich das?

- Die Menschen glauben immer mehr den Tarotkarten, den Handlinien und dem Kaffeesatz

- Sie glauben mehr dem kumenischen Konzil, Zacharias, Ezechiel und dem gyptischen Totenbuch

- Sie glauben ihnen mehr

- als den Morgennachrichten

- Das informative Programm verzeichnet eine rapide sinkende Hrerzahl



HRFUNKREDAKTEUR: Die Zahl der Zuhrer von Radiosendungen ist um 12 Prozent gesunken, die Zahl der Fernsehzuschauer um sieben Prozent. Allein letztes Jahr mussten wir vier Angestellte entlassen und drei Sendungen einstellen, weil die Zuhrerzahl bei weniger als zwei Prozent lag. Das bedeutet weniger als zehn Personen. Ich wei nicht wie viele. Vielleicht zehn, vielleicht eine. Die meistgehrte Sendung ist der Verkehrsbericht und der Wetterbericht. Die Leute interessieren sich mehr fr den Bldsinn, den sie auf ihrem Handy auf dem Weg von der Arbeit aufgenommen haben.


- 1.5 oder 3.2. Megapixel

- In vllig kabelloser Infrastruktur

- In den Taschen trgt man Mikrofone mit einer Reichweite von 50 Metern

- Montagetische und Satellitennavigation

- Exklusive Nahrichten werden aufgenommen

- Verkehrsunflle und kollaterale Vergewaltigungen

- Unrasierte Tussis, die in zu kurzen Rcken spazieren gehen

- Und Exekutionen von Herrschern aus der Dritten Welt

- Mit einem Tastendruck

- Klick

- Und bevor sie sich ereignen

- 1.5. oder 3.2. Megapixel

- In vllig kabelloser Infrastruktur

- Mikrofone mit einer Reichweite von 50 Metern nehmen Ultraschall von 20 KHz auf, tektonische Erschtterungen, Klnge von Walen und pneumatische Sirenen.



SECHS


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Alarm. Sirene. Alarm, Sirene, die lange und schrille, die einem durch das Ohr, den Hrkanal und das Trommelfell geht, so wie sich ein Messer durch lebendiges Fleisch bohrt, einen hochfahren lsst, dir ein Verdammte Scheie? abringt und dann so verschwindet, wie sie gekommen ist, doch sie hinterlsst eine Narbe, die auch mit einer intensiven Kollagen Regeneration nicht heilen kann. Die Sirene. Du hast Jahre gebraucht, um die semantische Verbindung zu verstehen zwischen dem mythischen Wesen, das mit seiner betrenden Stimme dumme Matrosen auf hoher See umbrachte und der Sirene STL-10 mit einer Druckluft von 122 Dezibel, die zur Warnung der Brger bei Kriegsgefahren oder natrlichen Katastrophen dient. Aber du hast dich nicht um den lauten Alarm gekmmert, auch nicht um die Flugzeuge und Hubschrauber, die tief vorbei flogen und aus reiner Angeberei die Schallmauer durchbrachen, du hast dich auch nicht gekmmert, als er mit dem Gewehr unter dem Arm wegging und du nicht wusstest, ob er ohne ein Krperteil oder berhaupt nicht zurckkommt, du hast dich auch nicht im Luftschutzkeller gekmmert, als dir eine Alte eine Plastikflasche der Marija Bistrica mit aufgedrehtem Deckel in die Hand drckte, den man abnimmt um zum heiligen Wasser zu gelangen, Marija aufdrehen, Marija zudrehen, Marija aufdrehen, das war dir scheiegal, alles, was passiert ist, scheiegal und fast zwei Jahrzehnte spter ist dir immer noch alles scheiegal, dir ist alles so egal, dass du jahrelang so viel Gleichgltigkeit in dir angesammelt hast und davon aufgedunsen warst, dass du wie ein verdammter Luftballon jeden Moment platzen konntest. Was die Menschen bei dir wohl am schlimmsten finden, ist dass sie deine Unhflichkeit und Respektlosigkeit tolerieren mussten. Sie hatten keine Wahl. Sie mussten das tolerieren, denn du warst kein Demagoge in der Emigration oder die Frau des Auenministers. Nein nein, du warst hier, du warst hier fr eine ganze Reihe von Kriegsklischees, die dir scheiegal waren, und deshalb waren sie gezwungen, dein undankbares Verhalten zu dulden. Doch dann ging es abwrts. Das heit, als die letzten Sirenen verstummten, begann die Scheie erst richtig! Man sagte dir, dass das normal sei, dass du dir keine Sorgen machen solltest, dass es bald vorbergehe... aber es dauert noch immer an. Und du bist noch immer hier und weit, dass es nur zwei Zustnde gibt, das was mal war und das was jetzt ist. Und das, was jetzt ist, zwingt dich jeden Tag, mit immer grerer Paranoia aufzuwachen, dir Sorgen zu machen, dass es bald vorbei sei und dass dieser Zustand nicht lange anhalten knne. Irgendetwas ist im Prozess wohl daneben gegangen. Er ist nie zurckgekehrt. Doch die Armee hat mir einen riesigen Orden verliehen, der drei Kilo wiegt, sie haben mir erlaubt, seine Uniform zu behalten, alle Kredite, die wir aufgenommen haben und alle Schulden, die wir hatten. So fngt das an, so fngt das an.


HRFUNKREDAKTEUR: Pltzlich bin ich aufgewacht.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Es beginnt an einem beschissen Morgen.

HRFUNKREDAKTEUR: Eines Morgens wacht man auf.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Nicht zu der gewohnten Zeit, wenn man aufwacht.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich bin zwei Stunden frher als sonst aufgewacht.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Man wacht spter auf als normal.

HRFUNKREDAKTEUR: Viel frher.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich bin um 11 aufgewacht.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich habe nicht erwartet, dass ich um 5 aufwache.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich bin um Mitternacht ins Bett gegangen.

HRFUNKREDAKTEUR: Normalerweise wache ich um 7 auf.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich war nicht einmal mde.

HRFUNKREDAKTEUR: Aber ich habe mich gut gefhlt.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich habe ganze 11 Stunden geschlafen.

HRFUNKREDAKTEUR: Obwohl ich um 2 schlafen ging.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Viel.

HRFUNKREDAKTEUR: Und habe nur drei Stunden geschlafen.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Zu viel.

HRFUNKREDAKTEUR: Merkwrdig, aber egal.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Es ist nicht gut zu lange zu schlafen.

HRFUNKREDAKTEUR: Kommt wohl nicht wieder vor.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Zu viel schlafen ist krank.

HRFUNKREDAKTEUR: Wer nicht genug schlft, wird krank.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Man sagt, dass man davon Diabetes bekommt.

HRFUNKREDAKTEUR: Von Diabetes.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Dass man davon dick wird.

HRFUNKREDAKTEUR: Oder von Bluthochdruck.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Man sagt, dass die Leber versagen kann.

HRFUNKREDAKTEUR: Abnimmt.

HRFUNKREDAKTEUR: Am nchsten Morgen bin ich auch um 5 aufgewacht.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Heute bin ich um 12 aufgewacht.

HRFUNKREDAKTEUR: Der Morgen war khl.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Das heit, dass ich genau 12 Stunden geschlafen habe.

HRFUNKREDAKTEUR: Der Himmel war blau, mit vereinzelten Wolken.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Das heit einen halben Tag schlafen.

HRFUNKREDAKTEUR: Die Luft war kalt und beiend.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Das bedeutet, dass man jeden Tag eine Stunde spter aufwacht. Weil man nirgendwo hin muss. Weil einen niemand braucht. Weil sich niemand erinnert.

HRFUNKREDAKTEUR: Man sagt, wir seien eine unglaubliche Generation.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Man sagt, dass wir uns nichts merken knnen und dass wir eine niedrige Toleranzschwelle haben.

HRFUNKREDAKTEUR: Man sagt, wir knnen uns nicht selbstlos bemhen, wenn es ntig ist.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Man sagt, wir seien faul und unfhig.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich bin aufgestanden und zur Arbeit gegangen.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich bin im Bett geblieben.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich bin frher gekommen, zum ersten Mal in drei Jahren. Guten Morgen. Sie hren 107.3 MHz. Es ist 8 Uhr und es folgen die Morgennachrichten.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: In der letzten Zeit esse ich wenig. In der letzten Zeit zahle ich weder Rechnungen noch die Miete. In der letzten Zeit gehe ich allein ins Bett. Und kann nicht einschlafen. Ich hre keine Nachrichten, feiere keine Geburtstage und kein Neujahr. In der letzten Zeit hre ich keine Wettervorhersage und wei nicht, welcher Wochentag ist.



SIEBEN


FREUNDIN: Ich habe lange gebraucht, bis mir meine Position klar war. Ich habe herumgerechnet und berlegt, die Dinge von allen Seiten betrachtet. Ich habe Bcher gelesen, Nachrichten, Pamphlete, habe mit Menschen gesprochen und fnfmal in der Woche Kreuzwortrtsel gelst und Mensa-Intelligenztests gemacht. Alles, was mir htte helfen knnen. Ich habe Klassiker der Weltliteratur gelesen und Enzyklopdien, habe mich mit Architektur befasst, Algorithmen und Kombinatorik gebt, Webseiten in PHP programmiert, Joseph Stiglitz und seine Werke ber Makrowirtschaft auswendig gelernt, dreimal meine Haarfarbe gendert, mich nach der neuesten Mode gekleidet, aber mit einem Hauch Klassik, habe Franzsisch in Grundzgen gelernt, Yoga und Tai Chi gebt, mich mit nologie befasst und ein sechsmonatiges Sommelier Programm in Nordsterreich absolviert, aber ich konnte mich nicht entscheiden, welche Weine ich gut fand, deshalb hat man mir dort gesagt, dass ich weder eine Haltung noch Geschmack habe und dass es mir nichts ntzt. Da ich damit unzufrieden war, habe ich 15000 Pfund bezahlt und in irgendetwas in London promoviert. Ich wei nicht mehr was. Meine Freunde haben mir gratuliert und wir haben eine Flasche Wein geffnet, die angeblich gut war. Ein weier Pinot aus dem Elsass. Aber ich hatte noch immer nicht verstanden, warum dieser Wein gut gewesen sein soll. Ich begriff immer noch nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass ich zutiefst unwissend und verstndnislos war. Und damit kann man nicht sehr viel anfangen. Man kann eine sehr gut bezahlte Stelle bekommen, Scheie reden, Mrchen erfinden, eine Zigarette nach der anderen rauchen und jemanden anschleimen. Irgendwelchen bescheuerten und langweiligen Bldsinn schleimen, der niemanden interessiert und warten, dass diese Person aufsteht und geht. Und das jeden Tag. Und ich habe zu viel Unsinn von mir gegeben. Zu viel Scheie Scheie Scheie. Eines Morgens bin ich aufgewacht, mit 15kg weniger und 10 Jahren mehr. Ich hatte eine tolle Frisur, einen attraktiven Verlobten, eine gute finanzielle Situation, aber dafr ein Magengeschwr und einen schlechten Teint. Verdammter Mist. Mist Mist Mist.



ACHT


HRFUNKREDAKTEUR: Entschuldigen Sie, dass Sie warten mussten!

INVESTOR: Schon in Ordnung.

HRFUNKREDAKTEUR: Der Verkehr ist schrecklich.

INVESTOR: Ist doch immer so!

HRFUNKREDAKTEUR: Danke, dass Sie gekommen sind!

INVESTOR: Mit Vergngen!

HRFUNKREDAKTEUR: Es gibt viel zu bereden.

INVESTOR: Und nur wenig Zeit.

HRFUNKREDAKTEUR: Dann mssen wir jetzt alles besprechen.

INVESTOR: Natrlich, die Rahmenpunkte.

HRFUNKREDAKTEUR: Und dann gehen wir auf Sendung.

INVESTOR: Einverstanden.

HRFUNKREDAKTEUR: Ist das Ihr Handy?

INVESTOR: Entschuldigung, das ist wegen der Parkgebhren.

HRFUNKREDAKTEUR: Kein Problem, machen Sie ruhig.

INVESTOR: Alles in Ordnung, so, schon fertig.

HRFUNKREDAKTEUR: Zuerst wrde ich gern ber Ihre Rolle in der umstrittenen Privatisierung sprechen.

INVESTOR: Klar, ber die operative Geschftsfhrung.

HRFUNKREDAKTEUR: Dann ber die Bank, die das Projekt mit einem Kredit untersttzt hat.

INVESTOR: Bank fr Krnten und Steiermark.

HRFUNKREDAKTEUR: Ist das eine sterreichische Bank?

INVESTOR: Die vor zwei Jahren eine Filiale bei uns erffnet hat.

HRFUNKREDAKTEUR: Und die sie jetzt schliet.

INVESTOR: Sie ist noch nicht geschlossen.

HRFUNKREDAKTEUR: Aber sie tut es wahrscheinlich.

INVESTOR: Sieht so aus.

HRFUNKREDAKTEUR: Dann ber die Absetzung des rechtlichen Vertreters des Projekts.

INVESTOR: Niemand war mit seiner Arbeit zufrieden.

HRFUNKREDAKTEUR: Und natrlich ber die pltzliche Einstellung der Arbeiten.

INVESTOR: Ende letzten Jahres.

HRFUNKREDAKTEUR: Und die Ereignisse, die folgten.

INVESTOR: Ist der Tontechniker noch nicht da?

HRFUNKREDAKTEUR: Er ist auch spt dran, der Verkehr, wissen Sie.

INVESTOR: Ja, natrlich, es ist wirklich viel los.

HRFUNKREDAKTEUR: Also, womit haben wir es in diesem Fall zu tun?

INVESTOR: Es sind mehrere Dinge.

HRFUNKREDAKTEUR: Ist es Hinterziehung?

INVESTOR: Es ist Hinterziehung und Unterschlagung.

HRFUNKREDAKTEUR: Passiva und Schulden.

INVESTOR: Materielle Unwahrheit und einen Revisionsmisserfolg.

HRFUNKREDAKTEUR: Verantwortungslosigkeit?

INVESTOR: Grundstzliche Intransparenz und ...

HRFUNKREDAKTEUR: Nachlssigkeit und fehlende Koordiniertheit?

INVESTOR: Verlorene wirtschaftliche Glaubwrdigkeit.

HRFUNKREDAKTEUR: Mchten Sie einen Kaffee, Wasser oder einen Tee?

INVESTOR: Einen Kaffee bitte.

HRFUNKREDAKTEUR: Aber waren Sie daran beteiligt?

INVESTOR: Natrlich nicht.

HRFUNKREDAKTEUR: Manche behaupten ja.

INVESTOR: Behaupten sie, aber das ist Lge.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie sind auch frher mit Affren in Verbindung gebracht worden.

INVESTOR: Die man mir nie nachweisen konnte.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie haben auch in den Aufsichtsrten rechtswidrig gehandelt.

INVESTOR: Wofr die ich nie rechtskrftig verurteilt wurde.

HRFUNKREDAKTEUR: Wollen Sie Milch?

INVESTOR: Ja und zwei Lffel braunen Zucker.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie haben in korrumpierten Rten Entscheidungen gefllt.

INVESTOR: Die Rte bestehen nicht nur aus einer Person.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie haben zweifelhafte Geschfte unterzeichnet, Darlehen gegeben und Kredite aufgenommen.

INVESTOR: Ich habe analysiert, initiiert, investiert und riskiert.

HRFUNKREDAKTEUR: Doch diesmal stand viel mehr auf dem Spiel.

INVESTOR: Darf man hier rauchen?

HRFUNKREDAKTEUR: Nein, schon seit zwei Monaten verboten.

INVESTOR: Aber kann ich mir eine anznden?

HRFUNKREDAKTEUR: Natrlich knnen Sie, hier ein Aschenbecher. Sie kannten den Ermordeten?

INVESTOR: Er kannte mich.

HRFUNKREDAKTEUR: Manche behaupten, sein Tod ist mit Ihren Investitionen verbunden.

INVESTOR: Vielleicht behaupten sie das, aber sie lgen.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie kannten ihn?

INVESTOR: Sein Vater war der Direktor der Firma, die mehrheitliche Beteiligungen am Unternehmen hlt.

HRFUNKREDAKTEUR: Was bedeutet, dass...

INVESTOR: Ich habe ihn bei Abendessen und Empfngen getroffen. Ich habe mein Feuerzeug verlegt.

HRFUNKREDAKTEUR: Nehmen Sie meins.

INVESTOR: Der Tontechniker ist noch nicht da?

HRFUNKREDAKTEUR: Da ist er. Wollen Sie noch etwas hinzufgen?

INVESTOR: Den ersten Sex hatte ich mit 23. Manche sagen, das ist spt. Aber die knnen mich mal. Ich habe ein Mdchen von der Uni gevgelt. Sie hat mir nicht gefallen. Wir waren noch einen Monat zusammen, dann hat sie gesagt, dass es nicht mehr geht und dass sie einen anderen kennen gelernt hat. Vier Jahre spter habe ich meine Frau kennen gelernt. Sie hat Jura studiert und in einer privaten Firma gearbeitet. Wir waren ein Jahr zusammen und hatten eine kleine Hochzeitsfeier. Wir haben zusammen eine Wohnung gekauft, zwei Autos und einen Podenco Canario mit Pedigree. Wir haben 1300 Euro fr ihn bezahlt. Der Podenco Canario ist nach 5 Jahren gestorben. Meine Frau und ich haben uns nach elf Jahren getrennt. Wir konnten einander nicht mehr sehen. Manche Sachen plant man nicht, aber sie geschehen eben und man kann sie nicht mehr ndern. Ich habe mir nichts Bses dabei gedacht. Ich wollte nichts Bses. Nicht zwangslufig. Ich habe mir eingeredet, dass sie eigentlich an allem schuld ist, aber es liegt in der menschlichen Natur, dass man seinen Interessen mehr Bedeutung beimisst und was die anderen tun, kleiner macht. Vor einer Woche habe ich, mit einer gewissen inneren Anspannung, eine weitere Privatisierung eines Projekts zu Ende gebracht, die eine ganze Lawine an Reaktionen in der ffentlichkeit losgetreten hat, als wre die ffentlichkeit etwas, das mich angehen sollte, dann gab es etwas grere interoperative Probleme und von da an habe ich ein paar Erklrungen fr die Medien abgegeben, was ich normalerweise nicht mache. Was immer der Grund fr Fehler ist, wie in der Wirtschaft so auch woanders, ist das Nichtkennen der Geschichte dessen, womit man sich befasst... Und ich habe mir nichts Bses gedacht. Ich wollte nichts Bses. Nicht zwangslufig. Vor einer Woche habe ich eine Pistole gekauft. Nur zur Sicherheit. Ich wrde sie nie wirklich benutzen.



NEUN


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Gewehre unter die Arme und die Messer zwischen die Zhne, so haben sie es ihnen beigebracht, nicht wahr, im Krieg, deinem Vater, Mutter, deiner Gromutter und deinem Grovater und der Nachbarin und der Kassiererin im Laden und dem Automechaniker. Gewehre unter die Arme und das Messer zwischen die Zhne, das haben sie ihren Haustieren zugerufen, der Perserkatze, den Musen, die sie jagte, dem Vogel am Fenster. Du hast 15 verdammte Jahre gebraucht, um diesen beschissenen Satz aus der Erinnerung zu tilgen, um ihn aus dem Gedchtnis zu verbannen oder ihn wenigstens an einem dunklen Ort zu verdrngen, wo er dich nicht mehr strt, schau dich jetzt an, schau dich jetzt an, der Staat ist Mitglied aller Organisationen geworden, die Frieden wollen, der Marktaustausch auf internationaler Ebene macht Fortschritte, der Anteil der nationalen Minderheiten wchst, aber alles, was dir einfllt, ist die rmel hochzukrempeln und zu den Gewehren und Messern zu greifen, den Minenwerfern und ballistischen Raketen und alle zu eliminieren, die dich in diese Lage gebracht haben, verdammt noch mal. Du merkst, wie sich dir der Magen umdreht, dass du dich erbrechen musst, die Gesichtsmuskeln spannen sich schmerzhaft an und du bist kurz davor zu weinen, aber du darfst nicht, du darfst nicht, nicht jetzt. Gewalt ist etwas Mnnliches, Mnnliches, die ganze Scheie, die in der Welt geschieht, hat einen Schwanz. Und was wre, wenn man etwas dagegen tte? Was wre, wenn jemand draufginge? Was wre, wenn jemand bezahlen wrde? In diesem so zivilisierten Moment unserer Geschichte. Was wre, wenn jemand jetzt so richtig scheie draufginge?



- Was ist das Schlimmste, das dir passieren kann?

- Was ist schlimmer, als das, was du jetzt hast?

- Sie werden dich fr kurze Zeit einsperren und dann Begnadigung beantragen.

- Weil ihnen sonst alle Frauenlobbyorganisationen ewig an der Backe kleben.

- Und wenn auch das nicht hilft, kannst du immer noch dem Richter einen blasen.

- Die meisten sind sowieso schon alt und fahren auf Frauen wie dich ab.

- Klar, du bist nicht gerade eine erstklassige Schnheit, aber gut, du bist noch jung, die Haut im Gesicht ist noch nicht schlaff und du hast noch keine sichtbaren grauen Haare.

- Du kannst ihm nicht nur einen blasen, sondern spter eine Affre mit ihm haben, darauf warten, dass er seine Frau verlsst und dir ein Auto und Schuhe kauft.

- Ausgezeichnet, siehst du nicht, dass sich das alles zu deinen Gunsten entwickelt.

- Denk nach, sei nicht dumm.

- Organisiere dich, mach einen Plan.

- Sei berechnend, umgebe dich mit Menschen, von denen du einen Nutzen haben kannst.

- Wenn du das frher gewusst httest und von Anfang so gehandelt httest, dann wrst du jetzt nicht in dieser Scheie, sondern wrdest an der franzsischen Riviera Cocktails trinken.

- Aber wer sagt, dass das nicht so sein wird.

- Noch ist Zeit, noch kannst du es schaffen.

- Mach dir keine Sorgen, mach dir um nichts Sorgen.


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Wie bist du so weit gekommen, wie? Wie wie wiewiewiewiewiewie, los, raff dich auf, Geld verdient man offensichtlich nur mit Blut, das wei ja jeder, wohl jeder auer dir, aber deshalb bist du auch da, wo du bist, dieses Sprichwort ist wohl nicht umsonst, die Frage ist nur, ob du dir direkt die Hnde schmutzig machen wirst, oder ber Mittler handelst, ob du jemanden zum Bettler machst oder ihm einen Revolver auf die Stirn drckst.


- Aber jedes gute Geld,

- jede grere Geldmenge,

- jedes Geld, das etwas wert ist,

- jede Investition, die sich lohnt,

- verdient man mit Blut.

- Tusch dich da nicht,

- so stehen die Dinge

- Auge um Auge, Zahn um Zahn, hast du die Bibel nicht gelesen

- Nein, es hat dich nicht interessiert, du glaubst nicht an Gott

- Du bist so dumm.


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Tte. Denk nicht nach, fhle nicht, schiee nur. Nur schieen. Das hat man ihm gesagt. Nicht nachdenken, oder stell dir vor, du schiet auf eine Mlltonne oder einen Briefkasten. So geht das und so ist es am besten. Tte die Schwester des Innenministers, die Nichte des Prsidenten des Obersten Gerichtshofs, den Sohn des l- und Agrokapitalisten, die Mutter des Tabakknigs.


- Oder ertrnke wenigstens die Katze der Operndiva des Landes.

- Tte, tte tte jemanden, egal, wen.

- Du musst jemanden in Schach halten.

- Du musst jemandem die Zhne ausschlagen, so macht man das heute

- Sonst bist du nichts und niemand.


MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Du erinnerst dich genau an den Moment, als du reingefallen bist. Du erinnerst dich genau an den Moment, als du bestimmte Dinge nicht akzeptieren wolltest, die man dir anbot. Die Mitgliedschaften und Verbrderungen. Das falsche Lcheln und den festen Hndedruck. Dabei httest du als Gegenleistung alles bekommen knnen, was eine Frau braucht, um ein schnes Leben zu haben.


- Ihre Krankenversicherung ist gewhrleistet.

- Ihre Wohnsituation ist geklrt.

- Ihre gesellschaftliche Position ist sicher.

- Ihre Rentensituation ist ausgezeichnet.

- Ihre Kinder werden in die besten Schulen aufgenommen.

- Ihr Reisepass ist in allen Lndern gltig.

- Ihre Liebhaber sind nur in hohen Positionen.

- Sie bekommen noch eine beglaubigte Besttigung Ihrer Mitgliedschaft.

- Ein feierliches Kostm fr alle Anlsse. Sie mssen sich etwas gedulden, weil sie mageschneidert werden.

- Ein monatliches Bulletin ber die Aktivitten der Partei. An Ihre persnliche Adresse oder Mail.

- Eine Brosche. Sie werden sie bei Abendessen und Empfngen tragen.

- Sie sind jetzt eine von uns.

- Und wir gehren zu Ihnen.

- Mit der gleichen Lebensphilosophie.

- Der gleichen Nationalitt.

- Der richtigen.

- Wir sprechen die gleiche Sprache.

- Wir halten Ihnen den Rcken frei.

- Bringen alles in Ordnung, wenn Sie Fehler machen.

- ffnen Ihnen neue Mglichkeiten.

- Bieten Ihnen Kontakte.

- Nicken besttigend, wenn Sie sprechen.

- Sogar, wenn Sie nicht recht haben.

- Klopfen Ihnen auf die Schulter.

- Mit uns knnen Sie rechnen.

- Wir werden Sie nicht bescheien.

- Wir sind Ihre Genossen.

- Freunde.

- Brder.

- Ihre Seelenverwandte und Lebenspartner.

- Leute, die anders sind, lassen wir nicht in unsere Kreise.

- Wir werden Sie nicht bescheien.

- Auer, wenn wir es wollen.

- Und wenn wir es wirklich wollen...

- Machen wir Sie schnell fertig.

- In einem Zug.

- Sie werden es nicht einmal bemerken.

- Sie werden sich nicht umdrehen knnen.

- Und sind schon bis zum Hals in der Scheie.

- Wir bringen Sie dorthin, wo Gott nicht mehr hinsieht.

- Vergraben im schwrzesten Loch.

- In einem Massengrab.

- Anonymer Dummkpfe.

- Die zu sehr glaubten.

- Und zu viel investierten.

- In leere Floskeln.

- In Massenrevolutionen.

- Und neue Systeme.

- Blutsbrder.

- Parteigenossen.

- In salbungsvolle Liebhaber.

- Mit blauen Augen.

- Und sanften Hnden.

- Und warmen Umarmungen.

- Wir werden euch nicht bescheien.

- Die anderen schon.

- Die anderen ja.

- Aber nicht wir.

- Wir niemals.


ZEHN


HRFUNKREDAKTEUR: Und die weiteren Nachrichten, die ffentlichkeit ist noch immer schockiert vor zwei Tagen wurde um 16:32, vor seiner Wohnung im Zentrum von Zagreb der zweiunddreiigjhrige M. K. mit zwei Schssen in die Stirn und Brust tdlich getroffen. Die Polizei sucht noch immer nach dem Tter, doch sie hat noch nicht besttigt, ob es Spuren gibt, obwohl sie schon mehrere Personen verhrt hat, die mit dem Fall in Verbindung stehen knnten. Inoffiziell wird das lokale kriminelle Milieu verdchtigt, mit dem die Familie des Ermordeten seit Mitte der neunziger Jahre in Verbindung steht, whrend der Privatisierung gewisser Firmen, in deren Aufsichtsrten sie saen, doch da es sich noch immer ausschlielich um Spekulationen handelt, will die Polizei keine ausfhrlicheren Erklrungen abgeben.


- Zwei Schsse in die Stirn und einer in die Brust

- Auf der Strae, am helllichten Tag

- Nicht schn anzuhren

- Noch weniger schn anzusehen.

- Aber so war es.

- Ich wei nicht genau, wer ihn gettet hat.

- Die Mafia hat ihn gettet, das wei man genau.

- Schutzgelderpresser haben ihn gettet.

- Die eigenen Leute haben ihn vernichtet.

- Seine Leute aus Deutschland.

- Wahrscheinlich aus sterreich.

- Denn dort wurde gest, dort wurde geerntet.

- Bankkonten wurden erffnet.

- Edelsteine wurden versteckt.

- Diamanten, Smaragde und anderer Mist.

- So stand es auch in den Zeitungen.

- Bank fr Krnten und Steiermark.

- Es ist eine sterreichische Bank.

- Bank fr Krnten und Steiermark.

- Die vor zwei Jahren bei uns eine Filiale erffnet hat.

- Und jetzt wird sie geschlossen.

- Dort hat sein Alter Geschfte gemacht.

- Dort hatte er Schulden.

- Von dort hat sein Alter die staatlichen Geschfte gefhrt.

- Dort war er whrend des Krieges.

- Ach ja?!

- Whrend wir hier umkamen.

- Whrend wir hier bluteten.

- Und andere Scheie passierte.

- Geblutet wofr?

- Geblutet fr welchen verdammten Schei?

- Das hat er verdient, der Hurensohn.

- Hurensohn, Feind des Vaterlandes.

- Verdammtes Schwein, ich spucke auf sein Grab!

- Es gibt keinen Grund dafr.

- Das ist nicht anstndig.

- Das ist unter aller Wrde.

- Auer wenn alles doch nicht wahr ist.

- Auer wenn ihn nicht seine eigenen Leute gettet haben.

- Auer wenn ihn nicht seine eigenen Leute gettet haben, unsere!

- Von hier!

- Das ist mglich.

- Aus Osijek, Sarajevo und Podgorica.

- Valjevo, Pančevo, Nova Gradiška und Derventa.

- Das sind wir, das ist unsere Mentalitt.

- Die Mentalitt von Erpressern.

- Schutzgelderpresser aus Derventa.

- Jungs aus Knežije.

- Banden aus Zemun.

- Jungs von dort.

- Das ist Bldsinn, das ist nur der bliche Mist.

- Das ist berhaupt nicht wahr.

- Vielleicht war es etwas ganz anderes.

- Vielleicht war es nur ein belangloser Mord.

- Vielleicht haben ihn kleine Diebe umgebracht.

- Kleine Diebe brauchen immer irgendetwas.

- Sie brauchen Geld fr Alkohol und Kippen.

- Man muss sich bei jemandem abreagieren, die negative Energie loswerden.

- Jemanden zur Hlle schicken.

- Gott verfluchen und Schwnze lutschen!

- Deshalb, Geld auf den Tisch!

- Geld her, Junge!

- Oder willst du ein Messer an der Gurgel und eine Pistole im Mund.

- Wir zhlen bis fnf, schieen bei drei.

- Zwei Schsse in den Kopf, einer in die Brust!

- Deine Fresse soll den Asphalt kssen und das Hirn an die Wand spritzen.

- Wir leeren deine Taschen und ficken dich in den Arsch.

- Wir kommen zweimal und trinken ein Bier.

- Wir essen zu Mittag, kaufen neue Schuhe.

- Wir kaufen ein Cabriolet und eine Wohnung im Dachgeschoss.

- Wir unterschreiben Darlehen mit deinem Namen.

- Nehmen Kredite fr dich auf und lassen dich Schulden haben.

- Bezahlen mit deiner Karte aus dem Geldbeutel.

- Rufen deine Freundin von deinem Handy an.

- Sagen ihr, dass sie eine Fotze ist, eine Hure.

- Dass sie den nchsten Morgen nicht erleben wird.

- Sie schreit, wir lachen.

- Dann kratzen und schlagen wir uns noch eine Weile.

- Falscher Ort, falscher Zeitpunkt, Alter.

- Warum wolltest du auch da hin, wo du nicht hin solltest, warum wolltest du hin, wo wir sind.

- Und wir gehen da hin, wohin wir wollen.

- Vielleicht war es auch nicht so.

- Aber das ist egal.

- Wir wollen uns nicht mit unwichtigen Dingen aufhalten.

- Das ist alles ohnehin eine Frage der Interpretation.

- Wer das Schwert nimmt, wer sich mit dem Teufel anlegt...

- Das einzig Wichtige, das einzige von Belang

- ist die Redaktionspolitik der Zeitungen.

- Und die Redaktionspolitik unserer Zeitung wird so sein, dass alle vor uns Schiss haben!

- Dass alle vor uns Schiss haben.

- Dass sich alle vor Angst in die Hose machen.

- Das sagen sie.

- Das sagen unsere Erpresser.

- Unsere Erpresser von der Redaktion aus Babino Brdo.

- Irgendwo im Wald.

- Man wird heimlich sprechen.

- Man wird Unwichtiges sagen.

- Das wird der Ort sein.

- Wo man heimlich und belanglos in Chiffren sprechen wird.

- Wir werden alle tuschen und falsche Informationen verffentlichen.

- Wir werden ihnen 15 Jahre ihres Lebens wegnehmen, einfacher als man Kindern Ses nimmt.

- Und dann nehmen wir noch mehr.

- Wir nehmen ihre Immobilien und die unbefristeten Arbeitsvertrge.

- Ohne Drohungen und verbale Konflikte.

- Niemand wird sich zurechtfinden.

- Auer denen, die mssen und knnen.

- Auer denen, fr die wir das vorhergesehen haben.

- Auer der neuen unternehmerischen Elite.


HRFUNKREDAKTEUR: Die neue Unternehmer-Elite, die neue Unternehmer-Elite steht da und sieht zu. Sie amsiert sich.

FREUNDIN: Ich habe etwas Gutes getan. Ich habe zu Ehren des Verstorbenen eine Stiftung gegrndet. Wir haben uns im Stiftungsregister des Verwaltungsministeriums eingetragen, die vorgeschriebene Gebhr von 70 Kuna bezahlt und eine Schtzung vom Gutachter bekommen. Wir grnden gern Stiftungen, das ist schon unsere dritte. Ich meine, nicht die dritte von uns persnlich, das wre uerst unangebracht, um nicht zu sagen illegal, was ich eigentlich sagen will, ist, dass wir in der Organisation und der Fhrung von Stiftungen und Vereinen humanitren Charakters eng zusammenarbeiten. Denn Stiftungen sind fantastisch. Sie sind ein konstitutives Element des Ausdrucks von Humanitt in unserer heutigen Gesellschaft, sie wecken die Aufmerksamkeit der ffentlichkeit, helfen Kranke heilen, geben Geld fr Arme und Benachteiligte, darum ist klar, dass es niemand die Zusammenarbeit und Einladungen solcher Wohlttigkeitsorganisationen ablehnen kann.


- Niemand, wirklich niemand kann das.

- Nicht die drittklassigen Schauspieler,

- Nicht die ultrarechten Musiker,

- Nicht die ehemaligen Mitglieder des Zentralkomitees,

- Nicht die korrumpierten Staatsanwlte

- und auch nicht die Idioten vom Laufsteg, die denken, dass gutes Aussehen ein Beruf ist und die Rentenbeitrge sichert.


FREUNDIN: Alle sind dort wie eine groe glckliche Familie, kleben an Stiftungen wie Fliegen auf Scheie und prosten sich mit Champagner zu, denn es ist klar, dass Stiftungen im Gegensatz zu den Spendenaufrufen fr UNICEF, die diese Khe einem am Eingang von Einkaufszentren aufdrngen, in den Medien immer prsent sind und man ffentlich gelyncht wird, wenn man sich nicht beteiligt. Es gibt also keinen Zweifel, Stiftungen machen das Unmgliche mglich, sie fllen die Leere, die durch Fehler eines unfhigen Systems entstanden ist und ich hoffe ehrlich, dass es in einer idealen Zukunft nur von Stiftungen wimmelt!


HRFUNKREDAKTEUR: Und es strt dich nicht?

FREUNDIN: Strt mich was nicht?

HRFUNKREDAKTEUR: Das. Hier. Es strt dich nicht?

FREUNDIN: Ich habe es vergessen!

HRFUNKREDAKTEUR: Was hast du vergessen?

FREUNDIN: Ich habe vergessen, dass solche Ereignisse immer auch lstige Journalisten anziehen. Ich habe vergessen, dass du auch da sein wirst und noch fnfzig andere, und dass ich aufpassen muss, was ich sage, dass ich zufrieden aussehen muss, laut lachen, und darauf achten, dass ich keinen Wein ber mein verdammtes Klein giee.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich bin noch immer beim Radio, ich habe keinen Fotoapparat, keine Sorge, was mich angeht, kannst du dieses Kleid vollkotzen. Fr den Rest garantiere ich nicht.

FREUNDIN: Tu, was du tun musst.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich werde ein paar Aussagen aufnehmen.

FREUNDIN: Und ich nehme an, du wirst ein paar kostenlose Getrnke haben? Das solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen, das wre eine Snde.

HRFUNKREDAKTEUR: Wenn man es mir schon anbietet.

FREUNDIN: Ja, allerdings. Champagner. Nicholas Feuillatte Blanc des Blancs. Verdammt teuer. Aber natrlich alles zu SEINEM Gedenken, nicht wahr! Oder so hnlich.

HRFUNKREDAKTEUR: Zu seinem Gedenken, natrlich. Super. Jetzt gehe ich aber.

FREUNDIN: Geh.

HRFUNKREDAKTEUR: Es strt dich nicht?

FREUNDIN: Das alles?

HRFUNKREDAKTEUR: Das alles.

FREUNDIN: Die Menschen mssen etwas fr das Geld bekommen, das sie investiert haben. Das ist die Regel. Das wei man.

HRFUNKREDAKTEUR: Ihr Makler-Freund, der Universalinvestor steht dort. Er ist auch gekommen, um ihre lobenswerte Initiative zu untersttzen. Er steht da mit einem Glas Hochprozentigem, er hat getrunken, aber nicht zu viel, wohl gerade so viel, um nicht von etwas zu reden, was wahr sein knnte.

FREUNDIN: Solche Menschen schweigen auch, wenn sie betrunken sind. Oder erzhlen etwas Harmloses. Solche Menschen haben einen angeborenen kleinen Mechanismus, solche Menschen ndern den Klang ihrer Stimme und die Informationen, die sie geben, je nach Zeit und Ort, an dem sie sich befinden.

HRFUNKREDAKTEUR: Stimmt, und er steht dort drben.

FREUNDIN: Soll er da stehen, das geht mich nichts an.

HRFUNKREDAKTEUR: Du glaubst wohl, dass das alles hier ganz unschuldig ist?

FREUNDIN: Was soll ich denn tun, etwa aufpassen, wo ich stehe und in welchem Raum ich bin? Soll ich aufpassen, wem ich nahe stehe und mit wem ich rede? Soll ich aufpassen, wer wessen Sohn ist und wer wessen Vater, wer vorzeitig aus dem Gefngnis entlassen wurde und wer eine Strafe fr falsches Parken hat? Wer trockener Alkoholiker ist und seiner Geliebten ein Auge ausgeschlagen hat? Soll ich dem Tierschutzverein melden, wer im Krieg illegal Wildscheine im Wald gejagt hat? Worauf soll ich heute alles achten? Da kann man leicht wahnsinnig werden.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich wei nicht.

FREUNDIN: So bin ich nicht erzogen worden. Mich interessiert das alles im Grunde nicht. Ich will so nicht denken. Verstehen Sie? Verstehen Sie?

HRFUNKREDAKTEUR: Er steht dort, das ist alles, was ich sagen wollte!

FREUNDIN: Soll er da stehen, mir doch scheiegal!

HRFUNKREDAKTEUR: Ich bin Journalist, wissen Sie. Journalismus ist eine ernsthafte Arbeit. Wissen Sie. Ich nehme das alles ganz ernst. Wissen Sie. Zumindest habe ich das frher getan. Jetzt vielleicht nicht. Aber frher schon.

FREUNDIN: Du bist niemand, alles Wichtige, was du bisher verffentlicht hast, passt in deinen Arsch. Du schreibst drei Stze, von denen alle wissen, dass sie berprft sind, von denen du weit, dass sie stimmen. Die Menschen glauben dir und danach schreibst du Romane. Warum bist du hierher gekommen?

HRFUNKREDAKTEUR: Ich habe eine Einladung bekommen.

FREUNDIN: Wenn noch einmal so eine Scheie passiert, oder irgendeine andere Scheie, dann gehe ich. Ich steige ins Flugzeug und bin weg. Ich brauche das nicht. Verstehen Sie, ich brauche das nicht, das habe ich mir nicht ausgesucht. Ich bin nicht so erzogen worden, mich interessiert das alles nicht.

HRFUNKREDAKTEUR: Schau dir doch historische Filme an, am Anfang gibt es zwei oder drei Banden, sie bekmpfen sich, einer rettet seinen Kopf, einer bleibt verletzt, einer wird aufgehngt, einer abgeschlachtet, jemandem werden die Eingeweide herausgeholt und den Hunden zum Frhstck hingeworfen und danach wird alles gut und die Zivilisation blht.

FREUNDIN: Ich sehe keine Filme. Mich interessiert nichts davon. Ich habe keinen Grund, Interesse daran zu haben. Stell dir vor, wenn einen alles, alles um uns herum stndig interessieren wrde. Stell dir vor, wir wssten alle, was vor uns passiert ist. Stell dir das mal vor. Das ist unnatrlich, das ist zu viel. Auf diese Weise knnte man leicht verrckt werden.

HRFUNKREDAKTEUR: Er steht da mit einem kleinen Glas Hochprozentigem. Vielleicht lchelt er dir zu. Vielleicht ist es ihm egal.

FREUNDIN: Wenn du in zehn Minuten nicht gehst, rufe ich die Sicherheitskrfte.

HRFUNKREDAKTEUR: Nicht ntig, ich gehe.

Er steht da, steht da und untersttzt solche Stiftungen und Vereine humanitren Charakters, er klebt an ihnen wie Fliegen an Scheie, er steht da und nippt an seinem Hochprozentigen, er gibt Geld in die Spendenbchse, bt fr seine Snden im frheren Leben, er hilft den Bedrftigen, wie ein fetter balkanischer Bill Gates, der versucht, von den schlechten Arbeitsbedingungen seiner Angestellten abzulenken, wie ein soziales Naturunglck, er unterschreibt Schecks, er drckt den Obdachlosen Mnzen in die Hand und gibt Dummkpfen Stipendien, stellt fr die Hlfte des Landes Essen auf den Tisch und niemand rgert sich ber ihn, denn er ist nicht verdchtig genug, relativ unbekannt, moralisch nicht definiert und nicht rechtskrftig verurteilt, und er leckt an seinem Glas mit dem teuren Hochprozentigen aus Norwegen, wiegt sich im Rhythmus der Musik, die er nicht versteht, macht eine Frau an, die halb so alt ist wie er, er lehnt Champagner ab, Nicholas Feuillatte Blanc de Blancs, aber er lobt ihr Kleid, sieht auf ihren Hintern, schwitzt am Kinn, der Anzug zwickt und die Eier tun weh.


INVESTOR: Tschau, Kleine.

FREUNDIN: Oh guten Abend!

INVESTOR: Kss die Hand.

FREUNDIN: Sie sind gekommen!

INVESTOR: Ich bin gekommen!

FREUNDIN: Das freut mich. Dass Sie das nicht verpasst haben.

INVESTOR: Warum auch nicht. Das verpassen!

FREUNDIN: Ich wei.

INVESTOR: Wo ist deine Familie?

FREUNDIN: Meine Mutter ist in Deutschland.

INVESTOR: Auf Geschftsreise?

FREUNDIN: Und deshalb konnte sie nicht kommen.

INVESTOR: Sicherlich tut es ihr leid!

FREUNDIN: Es tut ihr wirklich leid, mein Vater kommt bald.

INVESTOR: Hatte er lnger im Bro zu tun?

FREUNDIN: Er kommt. Vor ein paar Tagen hat er gesagt, dass er Sie treffen will. Sie.

INVESTOR: Ja. Wir. Mssen. Uns. Bald. Treffen. Und das Schlamassel klren.

FREUNDIN: Ja, Papa ist nervs...

INVESTOR: Jetzt wollen wir nicht darber reden, oder. Diese Party ist sehr nett.

FREUNDIN: Danke.

INVESTOR: Das hast du sehr schn organisiert.

FREUNDIN: Danke! Danke!

INVESTOR: Du hast dir Mhe gegeben.

FREUNDIN: Ja, danke!

INVESTOR: Er wre stolz auf dich.

FREUNDIN: Er ist stolz.

INVESTOR: Genau. Er sieht uns vom Himmel zu und ist stolz.

FREUNDIN: Ja. Wahrscheinlich. Ich wei nicht.

INVESTOR: Wir mssten uns alle ein wenig entspannen, weit du, alle sollten wir entspannen. In diesem Land sind alle immer viel zu angespannt. Man muss sich auch mal entspannen. Und genieen. Weit du, wir arbeiten zu viel. Dein Vater, ich auch, und deine Mutter, wir alle arbeiten ein bisschen zu viel, weit du, denn vieles hngt von uns ab, deshalb muss man sich irgendwie entspannen, du hast dieses Fest sehr schn organisiert. Du bist ein kluges Mdchen. Das habe ich immer ber dich gesagt. Dass du ein kluges Mdchen bist. Du bist eine kluge Frau.

FREUNDIN: Danke.

INVESTOR: Du siehst sehr schn aus.

FREUNDIN: Danke.

INVESTOR: Du bist eine sehr schne Frau. Dieses Kleid ist sehr schn.

FREUNDIN: Danke. Sie sind nett. Papa kommt bald, er kommt gleich.



ELF


HRFUNKREDAKTEUR: Die Polizei sucht noch immer nach dem Tter, doch sie hat noch nicht besttigt, ob es Spuren gibt, obwohl sie schon mehrere Personen verhrt hat, die mit dem Fall in Verbindung stehen knnten. Ich produziere Informationen am laufenden Band, bausche unbesttigte Angaben auf und schaue, wie sie sich verbreiten. Ich stecke mir zwei Zigaretten gleichzeitig in den Mund und zum Abendessen gibt es Bier in einer sozialistisch-realistischen Imbissbude am Stadtrand, um das Klischee eines mrrischen Journalisten und Liberalen aufrecht zu erhalten. Auf dem Weg werde ich ein Kind im Vorbergehen anspucken und betone damit die politische Dimension dieser Spucke als Kritik gegen die berbevlkerung dieses Planeten und rege mich darber auf, was mit den Menschen heutzutage los ist, warum sie sich verdammt noch mal so vermehren mssen.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Die Polizei fahndet immer noch nach dem Tter, aber sie hat noch nicht besttigt, dass sie irgendwelche Spuren haben, das habe ich heute in den Morgennachrichten gehrt. Vor zwei Tagen wurde der zweiunddreiigjhrige M. K. um 16:32 vor seiner Wohnung im Zentrum von Zagreb erschossen.

HRFUNKREDAKTEUR: Inoffiziell werden Angehrige der lokalen Mafia verdchtigt, mit denen die Familie des Ermordeten seit Mitte der neunziger Jahre in Verbindung steht.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Im Radio sagen sie, dass es ihnen finanziell gut ging.

HRFUNKREDAKTEUR: Ja, sie waren die mehrheitlichen Eigentmer eines profitablen Industrieunternehmens.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Und er?

HRFUNKREDAKTEUR: Er war auch jemand.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Im Radio hie es, sie hatten gute Beziehungen.

HRFUNKREDAKTEUR: Er hatte einen Bruder im Parlament und einen Onkel im Ministerium.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ach was. Bldsinn. Das ist es sicher nicht. Die Leute bertreiben. Das ist alles bestimmt ganz anders. Vielleicht hat ihn seine Freundin erschossen. Vielleicht war es ein verdammter Beziehungsstreit. Zwei Schsse in den Kopf. So werden Liebesprobleme gelst. Klassisch.

HRFUNKREDAKTEUR: Was zu der Tragdie gefhrt hat, potenzielle finanzielle Probleme, das wei man noch immer nicht.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Danach hast du das Radio ausgeschaltet. Und morgen wirst du keine Nachrichten hren. Du wirst nie mehr Nachrichten hren.

HRFUNKREDAKTEUR: Ich produziere Informationen am laufenden Band, bausche nicht besttigte Angaben auf und sehe zu, wie sie sich verbreiten. Das einzige was mich aufhlt, ist die Pause beim Abendessen.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: In einer sozialistisch-realistischen Imbissbude am Stadtrand sitzt der etwa 36 jhrige Hrfunkredakteur.

HRFUNKREDAKTEUR: Am Tresen sitzen zwei ungepflegte Rentner.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Die Kellnerin ist wie immer missmutig.

HRFUNKREDAKTEUR: Und mir gegenber ist ein abgehalftertes Liebespaar und eine dicke Frau mit riesigen Augenringen, die Kleingeld zhlt.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Und wir sind die einzigen Kunden von heute und der Grund, warum die Imbissbude nchstes Jahr schlieen wird.

HRFUNKREDAKTEUR: Du bestellst Bier, wollen Sie noch etwas essen, fragt dich die Kellnerin lustlos, nein danke, antwortest du genauso lustlos, obwohl, bringen Sie doch eine Portion Pommes Frites, damit ich fr die nchste halbe Stunde etwas zu verdauen habe.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Ich nehme an, dass du gewhnlich mit einem Salzstreuer spielst, aber in diesem beschissenen Lokal steht keiner auf dem Tisch.

HRFUNKREDAKTEUR: Du kriegst hchstens ein Glas von jemandem unter die Nase gesetzt, der vor drei Tagen gegangen ist.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Die wie immer missmutige Kellnerin wird es mit etwas Wasser absplen und es dir wieder unter die Nase setzen.

HRFUNKREDAKTEUR: Du wirst hoffen, dass die Person, die vor dir daraus

getrunken hat, keine ansteckende Krankheit hatte.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Die Kellnerin hat dir Pommes Frites gebracht.

HRFUNKREDAKTEUR: Sie sind etwas verbrannt.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Du warst schon hier, du hast gewusst, dass das Essen beschissen ist.

HRFUNKREDAKTEUR: Du warst auch schon hier, du hast gewusst, dass der Kaffee beschissen ist.

MITARBEITERIN DES HRFUNKREDAKTEURS: Das wird der erste und der letzte sein, du bist nicht besonders hungrig.

HRFUNKREDAKTEUR: Trotzdem, es ist schon nach 19 Uhr, du musst zurck zu Radio 107.3 MHz, um 12 musst du noch eine berhmte Person interviewen.


ZWLF


- Wir haben dem Ermordeten nach allen Regeln eine geschmackvolle Beerdigung ausgerichtet.

- Wir haben ihn wrdig begraben.

- Ohne Zigeuner und Blechmusik.

- Ohne Tuba, Fagotts und diese bescheuerten dunkelblauen Uniformen.

- Ohne Regen, ohne Matsch und alles andere, was ein dezent geplantes Ereignis solchen Charakters kaputt machen knnte.

- Ohne Straenkter, die hinter dem Trauerzug herrennen und an jedem zweiten Grabstein eine Pinkelpause einlegen.

- Nein, nein.

- Wir sind keine Provinzler.

- Keine Figuren aus einem Kusturica Film.

- Kein Mehmed Meša, Dadan Karambolo oder dieser Djelem Djelem, der Glser zerdrckt und seine Hnde blutig macht.

- Wir sind keine Hauptschler, untere Mittelschicht oder die "sdlich der Save - stlich der Drina".

- Das lassen wir alles zurck.

- Wir schreiten auf anderen Pfaden.

- Wir schreiten nach vorne.

- Leichten Schrittes und reinen Gewissens.

- Auf Marmorwegen und dem klaren Himmel ber uns.

- Denn bei unseren Beerdigungen ist es warm und die Menschen sind zurckhaltend.

- Die Eiche ist erstklassig, etwa zweitausend Euro und der Ermordete ist attraktiv, denn der Ermordete ist jung.

- Denn unsere Ermordeten sterben immer jung.

- Immer hufiger vor ihrem 35. Lebensjahr.

- Immer hufiger in guter krperlicher Verfassung, ohne viele Falten im Gesicht oder schlaffer Haut am Hals.

- Dafr haben wir gesorgt.

- Wir sorgen dafr, dass es so ist.

- Wir haben den Blutstropfen von der Stirn gewischt.

- Die tdliche Wunde mit Isolierband beklebt.

- In das durchschossene Loch einen Korkendeckel gedrckt.

- Haben gelogen, dass er an einem Hirnschlag gestorben ist, an Aids oder Leukmie.

- Gelogen, dass er an einer Krankheit gestorben ist.

- Dass der Kampf lange dauerte.

- Wir haben ihm einen schwarzen Anzug und eine Krawatte angezogen.

- Lackierte Schuhe ber die Fe gezogen.

- Eine Filmvisagistin hat ihn gepudert.

- Zuerst wollte sie nicht.

- Sie hat gesagt:

- Ihr spinnt!

- Sie hat gesagt:

- Kommt nicht in Frage!

- Sie hat gesagt:

- Was ist los mit euch, ich schminke keine Toten?!

- Was ist los mit euch, ich schminke keine Shne von Tycoons, die bei einer bewaffneten Abrechnung umkommen?!

- Sie schminkt ausschlielich Schauspieler und Showknstler.

- Sie macht ausschlielich Editorials und Werbekampagnen.

- Aber man sagt, dass jeder einen Preis hat.

- Man sagt:

- Jeder hat seinen Preis.

- Nach einem grozgigen Geldangebot

- hat sie gesagt:

- Ich habe noch einmal darber nachgedacht und finde...

- Sie hat gesagt, sie kann!

- Die Arme ist eingeknickt.

- Ihr blieb die Spucke weg.

- Bei dem Honorarbetrag.

- Wer wrde auch nicht?

- Und sie hat dieses Stck Fleisch besser als ein Titelmodel von einer Pornozeitschrift geschminkt.

- Primer, Puder, Shimmer und Concealer.

- Und ein bisschen Rouge.

- Dunklen, fr Mnnerhaut.

- Damit er nicht krank aussieht.

- Und das hat er wirklich nicht.

- Er sah wunderbar aus.

- Frisch.

- So gut wie nie.

- Als wre er gerade vom Urlaub auf Barbados gekommen.

- Danach haben wir ein Ave Maria und Halleluja gesungen.

- Und noch ein aktuelles Poplied.

- Haben unsere Wnsche ausgesprochen, Gru und Botschaft.

- Haben Vaterunser gebetet und den Ermordeten mit Weihwasser besprengt.

- Wir haben eine Totenmesse bezahlt und unsere Kleinheit vor Gott beteuert.

- Den Sarg ins Grab gelassen.

- Das Grab mit Erde zugeschttet.

- Die Erde mit Stiefeln fest gedrckt.

- Wir sind zum Auto gestiefelt.

- Und haben nach den ehrbaren westchristlichen heidnischen Bruchen die Seele des Ermordeten aus dem Fegefeuer zum Teufel geschickt.

- Dass er nie wieder zurckkommen soll.

- Wir haben gesagt:

- Amen.

- Wir haben gesagt:

- Halleluja.

- Wir haben gesagt:

- Wir haben einen Saal im neuen Fischrestaurant in der Altstadt reserviert. Der Petersfisch ist garantiert frisch und der Malvasier ist erstklassig, wir hoffen, dass es allen bekommt.



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